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Hufrehe Pferd

Hufrehe ist eine ernsthafte und schmerzhafte Erkrankung des Pferdes. Sie tritt häufig als Folge einer Störung des Stoffwechsel beim Pferd auf. Daher ist es grundsätzlich ratsam, Fütterung und Haltung genau unter die Lupe zu nehmen. Wer erkennt, dass sein Pferd an Hufrehe leidet, kann frühzeitig mit der Behandlung beginnen. Das ist nicht immer einfach, weil Pferde als Fluchttiere oft erst spät Symptome zeigen.

Die Lebenserwartungbei Hufrehe hängt stark vom frühzeitigen Erkennen und der richtigen Behandlung ab. Hufrehe ist nicht immer vollständig heilbar und stellt in schweren Fällen ein Todesurteil für Pferde dar, muss aber nicht zwangsläufig dazu führen. Viele Pferde können bei rechtzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung die Krankheit überwinden und ein normales Leben führen.
In diesem Artikel erfährst du, wie du Hufrehe erkennst, was die Ursachen sind und wie du deinem Pferd im Krankheitsfall helfen kannst

Entstehung von Hufrehe

Das Hufbein des Pferdes ist elastisch in der Hornkapsel aufgehängt. Ähnlich einem Klettverschluss sorgt eine spezielle Lamellenstruktur für Halt und Flexibilität in der Bewegung.

Wird diese empfindliche Lamellenstruktur in der Hornkapsel nicht ausreichend durchblutet, kommt es zu einer Schädigung des Gewebes durch eine unzureichende Sauerstoff- und Nährstoffversorgung.
Die Folge ist eine Entzündung der Huflederhaut. Entzündungsreaktionen wie Schwellungen sowie Flüssigkeitsansammlungen verursachen hier besonders starke Schmerzen, da der steigende Druck innerhalb der festen Hornkapsel nicht entweichen kann.

Ist die Verankerung des Hufbeins geschädigt, kann sich dessen Position in der Aufhängung verändern: Das Hufbein sinkt ab oder dreht sich, wodurch noch mehr Druck auf die Hufsohle ausgeübt wird. Dieser Zustand ist für das Pferd sehr schmerzhaft.

Die rechtzeitige Erkennung der Symptome ist wichtig, um die Hufrehe richtig behandeln zu können. Deshalb sollte bei Verdacht auf Hufrehe sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Je früher der Entzündungsprozess in dem Anfangsstadium gestoppt wird, desto besser kann die Behandlung sein.

Ein akuter Reheschub kann bereits innerhalb von zwei Tagen nach Beginn zu einem chronischen Stadium führen.
Im Endstadium der Hufrehe sind meist bereits dauerhafte Schäden am Huf vorhanden.

Ursachen und Auslöser von Hufrehe​

Die weitaus häufigste Ursache für Hufrehe ist eine falsche Fütterung („Fütterungsrehe“). Durch Fehlgärungen und schwere Störungen des Darmmilieus gelangen Giftstoffe in die Blutbahn. Diese können gefäßverengend wirken und so zu einer verminderten Durchblutung der feinen Gefäße, wie sie im Gewebe des Hufinneren vorkommen, führen. Daneben kann eine Vergiftungsrehe durch toxische Substanzen wie Schimmelpilzgifte oder giftige Pflanzen ausgelöst werden.

Mehrere Ursachen für Hufrehe stehen im Zusammenhang mit dem Stoffwechsel:

  • Vergiftungen (Schimmelpilzgifte, giftige Pflanzen)
  • Krankheiten wie EMS (Equines Metabolisches Syndrom) oder Cushing
  • Hochdosierte oder dauerhafte Verabreichung von Medikamenten
  • Kolik, Infektionen

Anders sieht es aus, wenn Hufrehe durch Überbelastung entsteht (Belastungsrehe), wie sie bei dauerhafter Überanstrengung oder beim Laufen und Stehen auf harten Böden auftreten kann.

Hufrehe
Veterinary medicine at the farm. Veterinarian examining horse leg.

Symptome von Hufrehe

Je nach Stadium und Verlauf zeigen Pferde typische Symptome einer Huftrehe. Diese sind unterschiedlich stark ausgeprägt und können, müssen aber nicht alle vorhanden sein:

  • Klammer Gang
  • Pferd bewegt sich ungern
  • Wechselnde Entlastung der Beine
  • Lahmheit, besonders auf hartem Boden und in engen Wendungen
  • Schmerzreaktion beim Abdrücken mit der Hufzange
  • Wärmeentwicklung im Hufbereich
  • Verstärktes Pulsieren im Fesselbereich
  • Vorgestreckte Vorderbeine, weit unter den Körper geschobene Hinterbeine („Rehehaltung“)
  • Häufiges Liegen

Zu diesen Symptomen zählen auch unspezifische Anzeichen wie Unruhe, Apathie und oft eine schleichende Verschlechterung des Allgemeinzustands.
Viele Pferdebesitzer und Tierärzte empfehlen, zur besseren Erkennung und zum besseren Verständnis der Symptome auch Bilder von Hufrehe anzuschauen. Solche visuellen Hilfen können die Diagnose erleichtern und helfen, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen.

Hilfe bei einem akuten Reheschub

Unterstützung durch den Tierarzt holen

Bei Verdacht auf Hufrehe muss sofort ein Tierarzt hinzugezogen werden. Hufrehe ist ein absoluter Notfall. Die betroffenen Pferde leiden unter starken Schmerzen und es besteht die Gefahr, dass sich eine chronische Hufrehe entwickeln kann. Der Tierarzt stellt die Diagnose und kann mit den richtigen Medikamenten die Entzündung im Huf und die Schmerzen lindern. Je nach Bedarf können auch durchblutungsfördernde oder beruhigende Mittel eingesetzt werden.
Manche Hausmittel gegen Hufrehe können unterstützend wirken, ersetzen aber keinesfalls die tierärztliche Behandlung.

Kühlen und großzügig einstreuen

Pferdebesitzer helfen ihrem Pferd, indem sie die betroffenen Hufe mit Wasser kühlen. Ein besonders komfortabler Ruheplatz erleichtert es dem Pferd, sich auf den schmerzenden Hufen zu halten oder hinzulegen. Dies kann eine geräumige, tief eingestreute Box oder ein abgetrennter, ruhiger Liegeplatz mit weichem Sand (ohne Steine) sein.

Ruhe

Es ist wichtig, dass das Pferd Ruhe hat, auch vor Artgenossen, und nicht zu viel oder zu schnelle Bewegung gezwungen wird, sondern entspannt liegen kann, wenn es das möchte. Im späteren Verlauf kann man dem Pferd helfen, sich langsam zu bewegen, um die Heilung zu fördern.

Pflege

Eine regelmäßige Hufpflege und ein fachgerechter Beschlag können helfen, den Heilungsprozess zu unterstützen. Ein ruhiger Liegeplatz in der Box mit ausreichend sauberem, trockenem Einstreu wie Stroh oder Holzspänen ermöglicht dem Pferd einen erholsamen Schlaf und unterstützt so den Heilungsprozess.

Heu und Wasser

Als Futter sollte im akuten Schub nur mageres, einwandfreies Heu und Wasser zur Verfügung stehen. Auf Kraftfutter, Obst und Leckerlies ist unbedingt zu verzichten. Die weitere Fütterung erfolgt in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt.

Richtig füttern: Was Pferde mit Hufrehe nicht fressen sollten.

Ein abgestimmtes Fütterungskonzept ist besonders wichtig für Tiere, die entweder ein erhöhtes Risiko haben oder bereits an Rehe beim Pferd erkrankt sind.

Getreide als Lieferant von Stärke


Kohlenhydrate, wie sie im Getreide enthalten sind, werden im Körper in Zucker umgewandelt und liefern nützliche Energie. Getreide eignet sich daher sehr gut als Energielieferant für Pferde, die regelmäßig trainiert und gearbeitet werden. Allerdings ist der Organismus des Pferdes nicht darauf ausgelegt, große Mengen an Kohlenhydraten zu verstoffwechseln. Eine sehr stärkehaltige Fütterung kann zu Dysbalancen und Fehlgärungen im Darm führen, die den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringen und gleichzeitig Giftstoffe freisetzen können.

Bewusste Dosierung von Kraftfutter


Die Kraftfutterrationen sind daher der Arbeitsleistung anzupassen. Schnelle Ausritte oder Trainingseinheiten regen den Zuckerstoffwechsel an und rechtfertigen die Kraftfuttergabe. Bewegt sich ein Pferd nur nach Lust und Laune im Offenstall um die Weidehütte herum, kann der Bedarf in der Regel mit Heu und Mineralfutter ausreichend gedeckt werden.
Kraftfutter sollte in mehreren kleinen Portionen verabreicht werden, am besten auf zwei bis drei kleinere Mahlzeiten verteilt.

Zugang zu Heu einschränken
Für eine gesunde und normale Verdauungsfunktion ist Raufutter in angepasster Menge wichtig. Da Heu auch einen natürlichen Zuckeranteil hat, sollte es nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Es kann durch Heunetze oder durch Mischung mit hochwertigem Futterstroh so dosiert werden, dass lange Fresszeiten nicht automatisch zu einer Überversorgung mit Energie führen.Vorsicht vor Süßem
Leckereien wie Obst und Brot sind für manche Pferde eine echte Gefahr und sollten am besten ganz vom Speiseplan gestrichen werden. Ersatz bieten speziell für stoffwechselempfindliche Pferde entwickelte Leckerlis, die viel Rohfaser und wenig Zucker enthalten. Futtermischungen mit niedrigem Zuckergehalt können die Behandlungsdauer bei Hufrehe positiv beeinflussen.Mischfutter wie Müsli oder Fertigmischfutter enthalten oft Melasse oder Rübenschnitzel. Für empfindliche Pferde und Ponys gibt es spezielle Mischungen mit reduziertem Zuckergehalt. Gras hat es in sich

Weidegras kann je nach Jahreszeit, Witterung und sogar Tageszeit einen hohen Anteil an Fruktanen enthalten. Diese pflanzlichen Mehrfachzucker bestehen hauptsächlich aus Fruchtzucker und speichern Energie im Gras. Langsames Anweiden und kontrolliertes Grasen ermöglichen eine strikte Begrenzung der aufgenommenen Mengen. Grundsätzlich steigt der Fruktangehalt im Winter, insbesondere bei Frost, da das Gras nicht wachsen kann und Energie speichert.

Vorbeugung von Hufrehe

So lässt sich Hufrehe vorbeugen und langfristig vermeiden:

  • Futterumstellungen langsam vornehmen (über 14 Tage)
  • Futterration hinterfragen (Ernährungsberater, Tierarzt)
  • Futterqualität prüfen (kein Schimmel, Pestizide, Bakterien)
  • Wiesen pflegen (Giftpflanzen!)
  • Kraftfutter je nach Arbeitspensum und in kleinen Portionen geben
  • Als Kraftfutter bevorzugt Hafer füttern
  • Energiegehalt im Heu berücksichtigen
  • Leckerlis und Belohnungsfutter sparsam einsetzen und mitberechnen
  • Diät und mehr Bewegung für übergewichtige Pferde
  • Sorgfältige und fachgerechte Pflege und Bearbeitung der Hufe
  • Stoffwechsel unterstützen durch gesicherte Nährstoffversorgung
  • Bewegung, Bewegung, Bewegung

Unterstütze den Stoffwechsel deines Pferdes

Wenn dein Pferd schon einmal Hufrehe hatte oder du befürchtest, es könnte gefährdet sein, achte auf qualitätsvolles Mineral- und Grundfutter. Es ist außerdem empfehlenswert, ein Pferd mit Hufrehe zu entgiften. Wir raten dringend dazu, zwei mal jährlich eine Entgiftungskur mit Leberkräuter wie dem DetoxBooster zu machen um den Leber- und Nierenstoffwechsel anzukurbeln.

Versorge dein Pferd mit allen Nährstoffen, die es täglich braucht: Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe sind für den Organismus notwendig, damit lebenswichtige Prozesse reibungslos ablaufen können. Fehlen Stoffe oder Bausteine für Entgiftungsprozesse, kann es zu einer Überlastung des Stoffwechsels kommen. Umgekehrt steigt bei starker Beanspruchung der Entgiftungsorgane der Bedarf an einzelnen Nährstoffen. Bei Hufrehe ist grundsätzlich Vorsicht geboten und die Fütterung sollte unbedingt in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen. Um den Stoffwechsel des Pferdes zu entlasten, sollte die Fütterung auf die wesentlichen, hochwertigen Komponenten reduziert werden.

Immunsystem pferd

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