Hufrehe Pferd

Hufrehe ist eine ernsthafte und schmerzhafte Erkrankung des Pferdes. Sie tritt häufig als Folge einer Störung des Stoffwechsel bei Pferden auf. Daher ist es grundsätzlich ratsam, Fütterung und Haltung genau unter die Lupe zu nehmen. Die rechtzeitige Erkennung und Behandlung ist entscheidend, da Pferde als Fluchttiere oft erst spät Symptome zeigen. In diesem Artikel erfährst du, wie du Hufrehe erkennst, was die Ursachen sind und wie du deinem Pferd im Krankheitsfall helfen kannst.

Entstehung von Hufrehe

Das Hufbein des Pferdes ist elastisch in der Hornkapsel aufgehängt. Ähnlich einem Klettverschluss sorgt eine spezielle Lamellenstruktur für Halt und Flexibilität in der Bewegung.

Wird diese empfindliche Lamellenstruktur in der Hornkapsel nicht ausreichend durchblutet, kommt es zu einer Schädigung des Gewebes durch eine unzureichende Sauerstoff- und Nährstoffversorgung.
Die Folge ist eine Entzündung der Huflederhaut. Entzündungsreaktionen wie Schwellungen sowie Flüssigkeitsansammlungen verursachen hier besonders starke Schmerzen, da der steigende Druck innerhalb der festen Hornkapsel nicht entweichen kann.

Ist die Verankerung des Hufbeins geschädigt, kann sich die Position des Hufbeins in der Aufhängung verändern: Das Hufbein sinkt ab oder dreht sich, wodurch noch mehr Druck auf die Hufsohle ausgeübt wird. Dieser Zustand ist für das Pferd sehr schmerzhaft.

Deshalb sollte bei Verdacht auf Hufrehe sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Je früher der Entzündungsprozess in der Anfangsphase gestoppt wird, desto besser kann die Behandlung sein. Bereits etwa zwei Tage nach Beginn eines akuten Reheschubes geht die Erkrankung in ein chronisches Stadium über. 

Ursachen und Auslöser von Hufrehe​

Die weitaus häufigste Ursache für Hufrehe ist eine falsche Fütterung („Fütterungsrehe“). Durch Fehlgärungen und schwere Störungen des Darmmilieus gelangen Giftstoffe in die Blutbahn. Diese können gefäßverengend wirken und so zu einer verminderten Durchblutung der feinen Gefäße, wie sie im Gewebe des Hufinneren vorkommen, führen.

Mehrere Auslöser der Hufrehe stehen im Zusammenhang mit dem Stoffwechsel: 

  • Vergiftungen (Schimmelpilzgifte, giftige Pflanzen)
  • Krankheiten wie EMS (Equines Metabolisches Syndrom) oder Cushing
  • Hochdosierte oder dauerhafte Verabreichung von Medikamenten
  • Koliken, Infektionen 

Anders sieht es aus, wenn Hufrehe durch Überbelastung entsteht (Belastungsrehe), wie sie bei dauerhafter Überanstrengung oder beim Laufen und Stehen auf harten Böden auftreten kann.

Symptome von Hufrehe

Je nach Stadium und Verlauf zeigen Pferde typische Symptome. Diese sind unterschiedlich stark ausgeprägt und können, müssen aber nicht alle vorhanden sein:

  • Klammer Gang
  • Pferd bewegt sich ungern
  • Wechselnde Entlastung der Beine
  • Lahmheit, besonders auf hartem Boden und in engen Wendungen
  • Schmerzreaktion beim Abdrücken mit der Hufzange
  • Wärmeentwicklung im Hufbereich
  • Verstärktes Pulsieren im Fesselbereich
  • Vorgestreckte Vorderbeine, weit unter den Körper geschobene Hinterbeine („Rehehaltung“)
  • Häufiges Liegen

Hilfe bei einem akuten Reheschub

Unterstützung durch den Tierarzt holen

Bei Verdacht auf Hufrehe muss sofort ein Tierarzt hinzugezogen werden. Hufrehe ist ein absoluter Notfall. Die betroffenen Pferde leiden unter starken Schmerzen und es besteht die Gefahr einer chronischen Erkrankung. Der Tierarzt stellt die Diagnose und kann mit den richtigen Medikamenten die Entzündung im Huf und die Schmerzen lindern. Je nach Bedarf können auch durchblutungsfördernde oder beruhigende Mittel eingesetzt werden.

Kühlen und großzügig einstreuen

Pferdebesitzer helfen ihrem Pferd, indem sie die betroffenen Hufe mit Wasser kühlen. Ein besonders komfortabler Ruheplatz erleichtert es dem Pferd, sich auf den schmerzenden Hufen zu halten oder hinzulegen. Dies kann eine geräumige, tief eingestreute Box oder ein abgetrennter, ruhiger Liegeplatz mit weichem Sand (ohne Steine) sein.

Ruhe

Es ist wichtig, dass das Pferd Ruhe hat, auch vor Artgenossen, und nicht zu viel oder zu schnelle Bewegung gezwungen wird, sondern entspannt liegen kann, wenn es das möchte.

Heu und Wasser

Als Futter sollte im akuten Schub nur mageres, einwandfreies Heu und Wasser zur Verfügung stehen. Auf Kraftfutter, Obst und Leckerlies ist unbedingt zu verzichten. Die weitere Fütterung erfolgt in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt.

Richtig füttern: Was Pferde mit Hufrehe nicht fressen sollten.

Ein abgestimmtes Fütterungskonzept ist besonders wichtig für Pferde, die entweder ein erhöhtes Risiko haben oder bereits an Rehe erkrankt sind.

Getreide als Lieferant von Stärke
Kohlenhydrate, wie sie im Getreide enthalten sind, werden im Körper in Zucker umgewandelt und liefern nützliche Energie. Getreide eignet sich daher sehr gut als Energielieferant für Pferde, die regelmäßig trainiert und gearbeitet werden. Allerdings ist der Organismus des Pferdes nicht darauf ausgelegt, große Mengen an Kohlenhydraten zu verstoffwechseln. Eine sehr stärkehaltige Fütterung kann zu Dysbalancen und Fehlgärungen im Darm führen, die den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringen und gleichzeitig Giftstoffe freisetzen können.

Bewusste Dosierung von Kraftfutter
Die Kraftfutterrationen sind daher der Arbeitsleistung anzupassen. Schnelle Ausritte oder Trainingseinheiten regen den Zuckerstoffwechsel an und rechtfertigen die Kraftfuttergabe. Bewegt sich ein Pferd nur nach Lust und Laune im Offenstall um die Weidehütte herum, kann der Bedarf in der Regel mit Heu und Mineralfutter ausreichend gedeckt werden. 

Kraftfutter sollte in mehreren kleinen Portionen verabreicht werden, am besten auf zwei bis drei kleinere Mahlzeiten verteilt.

Zugang zu Heu einschränken
Für eine gesunde und normale Verdauungsfunktion ist Raufutter in angepasster Menge wichtig. Da Heu auch einen natürlichen Zuckeranteil hat, sollte es nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Es kann durch Heunetze oder durch Mischung mit hochwertigem Futterstroh so dosiert werden, dass lange Fresszeiten nicht automatisch zu einer Überversorgung mit Energie führen.
 
Vorsicht vor Süßem
Leckereien wie Obst und Brot sind für Wildpferde eine echte Gefahr und sollten am besten ganz vom Speiseplan gestrichen werden. Ersatz bieten speziell für stoffwechselempfindliche Pferde entwickelte Leckerlis, die viel Rohfaser und wenig Zucker enthalten. 
 
Mischfutter wie Müsli oder Fertigmischfutter enthalten oft Melasse oder Rübenschnitzel. Für empfindliche Pferde und Ponys gibt es spezielle Mischungen mit reduziertem Zuckergehalt.
 
Gras hat es in sich

Weidegras kann je nach Jahreszeit, Witterung und sogar Tageszeit einen hohen Anteil an Fruktanen enthalten. Diese pflanzlichen Mehrfachzucker bestehen hauptsächlich aus Fruchtzucker und speichern Energie im Gras. Langsames Anweiden und kontrolliertes Grasen ermöglichen eine strikte Begrenzung der aufgenommenen Mengen. Grundsätzlich steigt der Fruktangehalt im Winter, insbesondere bei Frost, da das Gras nicht wachsen kann und Energie speichert.

Vorbeugung von Hufrehe

  • Futterumstellungen langsam vornehmen (über 14 Tage)
  • Futterration hinterfragen (Ernährungsberater, Tierarzt)
  • Futterqualität prüfen (kein Schimmel, Pestizide, Bakterien)
  • Wiesen pflegen (Giftpflanzen!)
  • Kraftfutter je nach Arbeitspensum und in kleinen Portionen geben
  • Als Kraftfutter bevorzugt Hafer füttern
  • Energiegehalt im Heu berücksichtigen
  • Leckerlis und Belohnungsfutter sparsam einsetzen und mitberechnen
  • Diät und mehr Bewegung für übergewichtige Pferde
  • Sorgfältige und fachgerechte Pflege und Bearbeitung der Hufe
  • Stoffwechsel unterstützen durch gesicherte Nährstoffversorgung
  • Bewegung, Bewegung, Bewegung

Unterstütze den Stoffwechsel deines Pferdes

Wenn dein Pferd schon einmal Hufrehe hatte oder du befürchtest, es könnte gefährdet sein, achte auf qualitätsvolles Mineral- und Grundfutter. Außerdem raten wir dringend an zwei mal jährlich eine Entgiftungskur mit Leberkräuter wie dem DetoxBooster zu machen um den Leber- und Nierenstoffwechsel anzukurbeln.

Versorge dein Pferd mit allen Nährstoffen, die es täglich braucht: Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe sind für den Organismus notwendig, damit lebenswichtige Prozesse reibungslos ablaufen können. Fehlen Stoffe oder Bausteine für Entgiftungsprozesse, kann es zu einer Überlastung des Stoffwechsels kommen. Umgekehrt steigt bei starker Beanspruchung der Entgiftungsorgane der Bedarf an einzelnen Nährstoffen. 
 
Bei Hufrehe ist grundsätzlich Vorsicht geboten und die Fütterung sollte unbedingt in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen. 
 
Um den Stoffwechsel des Pferdes zu entlasten, sollte die Fütterung auf die wesentlichen, hochwertigen Komponenten reduziert werden.

FAQ Hufrehe Pferd

Diese Frage ist für jeden Pferdebesitzer, der mit dieser schweren Krankheit konfrontiert ist, von entscheidender Bedeutung. Die Antwort hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem vom Schweregrad der Erkrankung, von der Schnelligkeit der Diagnose und des Behandlungsbeginns sowie von der individuellen Reaktion des betroffenen Pferdes auf die Therapie.

Frühzeitige Erkennung und Behandlung
Die Heilungschancen eines an Hufrehe erkrankten Pferdes steigen erheblich, wenn die Krankheit frühzeitig erkannt und behandelt wird. Sobald die ersten Symptome auftreten, sollte umgehend ein Tierarzt hinzugezogen werden. Eine rasche Diagnose und der Beginn einer adäquaten Behandlung können den Verlauf der Hufrehe entscheidend beeinflussen und die Chancen auf eine vollständige Heilung erhöhen.

Akute vs. Chronische Hufrehe
Es ist wichtig zu verstehen, dass Hufrehe in akuter und chronischer Form auftritt. Bei einem akuten Schub, der schnell erkannt und behandelt wird, kann der Schaden oft begrenzt und eine Heilung erreicht werden. In dieser Phase ist es wichtig, die Entzündung zu kontrollieren und weitere Schäden zu verhindern. Chronische Hufrehe hingegen ist das Ergebnis wiederholter Schübe oder eines anhaltenden Zustandes. In solchen Fällen kann die Hufstruktur dauerhaft geschädigt werden, was die Heilungsaussichten verschlechtert. Dennoch können auch Pferde mit chronischer Hufrehe durch sorgfältiges Management und individuell angepasste Behandlungsstrategien eine verbesserte Lebensqualität erreichen.

Behandlungsoptionen
Die Behandlung der Hufrehe umfasst verschiedene Ansätze:

  • Medikamentöse Therapie: Entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente.
  • Hufpflege: Spezielle Beschläge oder Polsterungen können helfen, den Druck auf die betroffenen Stellen zu minimieren
  • Fütterungsmanagement: Die Anpassung der Fütterung, insbesondere die Reduktion von Zucker und Stärke, ist entscheidend.
  • Ruhe und Bewegung: In der akuten Phase ist Ruhe wichtig, in der Erholungsphase kann kontrollierte Bewegung hilfreich sein.
Langfristiges Management
Langfristiges Management ist entscheidend, um Rückfälle zu verhindern und die Lebensqualität des Pferdes zu verbessern. Dazu gehören regelmäßige tierärztliche Kontrollen, angepasste Fütterung, sorgfältige Hufpflege und ein ausgewogenes Bewegungsprogramm. Ziel ist es, das Pferd stabil zu halten und die Bedingungen, die zu Hufrehe führen, zu kontrollieren und zu vermeiden.
 
Fazit
Ist Hufrehe heilbar? Die Antwort ist nicht eindeutig, da sie von der Art, der Schwere und der Dauer der Erkrankung sowie von der individuellen Reaktion des Pferdes auf die Behandlung abhängt. In vielen Fällen kann durch eine frühzeitige und angemessene Behandlung eine deutliche Besserung oder sogar eine vollständige Heilung erreicht werden. Bei der chronischen Hufrehe steht das Management und die Kontrolle der Symptome im Vordergrund, um die Lebensqualität des Pferdes zu verbessern. In jedem Fall ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Tierarzt und ein sorgfältiges Management durch den Besitzer entscheidend.

Die Frage, ob ein Pferd mit Hufrehe bewegt werden sollte, ist komplex und hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Stadium der Hufrehe, der allgemeinen Konstitution des Pferdes und der spezifischen Empfehlung des behandelnden Tierarztes. Hier ein detaillierter Überblick:

Akute Phase der Hufrehe
In der akuten Phase der Hufrehe, wenn die Symptome gerade erst aufgetreten sind und Schmerz und Entzündung ihren Höhepunkt erreichen, ist Ruhe extrem wichtig. Das Pferd bewegt sich oft instinktiv wenig, um die schmerzenden Hufe zu entlasten. In dieser Phase sollte das Pferd nicht zur Bewegung gezwungen werden. Stattdessen sollte ihm ein weicher, bequemer Untergrund in einer ruhigen Umgebung zur Verfügung gestellt werden, um den Druck auf die Hufe zu minimieren und Stress zu reduzieren. Jede Bewegung sollte darauf abzielen, weiteren Stress und Schmerzen zu vermeiden.

Erholungsphase
Sobald die akute Phase abgeklungen ist und das Pferd sich unter angemessener medizinischer Behandlung und Pflege zu erholen beginnt, kann es langsam wieder mit leichter Bewegung beginnen. Dies sollte jedoch immer unter strenger Überwachung und auf Anraten des behandelnden Tierarztes erfolgen. Bewegung in der Erholungsphase kann folgende Vorteile haben:

  • Förderung der Durchblutung: Leichte, kontrollierte Bewegung kann die Durchblutung der Hufe fördern und so die Heilung unterstützen.
  • Vermeidung von Atrophie: Leichte Bewegung beugt Muskelschwund vor, der bei längerer Inaktivität auftreten kann.
  • Psychische Verfassung: Bewegung kann auch dazu beitragen, den mentalen Zustand des Pferdes zu verbessern, indem Langeweile und Stress reduziert werden.

Art der Bewegung
Art und Intensität der Bewegung sollten sorgfältig abgewogen werden. Im Allgemeinen wird empfohlen, mit kurzen, geführten Schritten auf weichem Untergrund zu beginnen. Harte, unebene oder steinige Böden sollten vermieden werden, da sie die Hufe zusätzlich belasten. Alle Bewegungen sollten langsam und vorsichtig ausgeführt werden, um Überlastungen zu vermeiden.

Individuellen Beurteilung
Jedes Pferd ist einzigartig und kann unterschiedlich auf Hufrehe reagieren. Einige Pferde erholen sich schneller und können früher mit der Bewegung beginnen, während andere mehr Zeit benötigen. Es ist wichtig, dass jeder Schritt mit einem erfahrenen Tierarzt abgestimmt wird. Der Tierarzt kann die spezifische Situation beurteilen und entscheiden, wann und wie das Pferd bewegt werden sollte, basierend auf dem Krankheitsverlauf, dem Schmerzniveau des Pferdes und anderen individuellen Faktoren.
 
Fazit
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass während der akuten Phase der Hufrehe Ruhe wichtig ist, um die Heilung zu unterstützen und Schmerzen zu minimieren. Nach Abklingen der akuten Symptome kann und sollte Bewegung, sorgfältig überwacht und kontrolliert, Teil des Rehabilitationsprozesses sein. Die Entscheidung über das Ausmaß und die Art der Bewegung sollte immer in enger Absprache mit dem behandelnden Tierarzt getroffen werden, um das Wohlbefinden des Pferdes zu gewährleisten und seine Genesung zu unterstützen.

 

Das Erkennen von Hufrehe bei Pferden ist entscheidend, um rechtzeitig eingreifen zu können und das Leiden des Tieres zu minimieren. Hier sind die wichtigsten Anzeichen und Symptome, auf die du achten solltest, um Hufrehe bei deinem Pferd zu erkennen:
 
Typische Anzeichen und Symptome
  1. Veränderungen im Gang: Eines der ersten Anzeichen ist oft ein schwerfälliger, steifer oder unbeholfener Gang. Das Pferd kann sich ungern bewegen, besonders auf hartem Untergrund, oder sich nur widerwillig bewegen.
  2. Auffälliges Verhalten: Pferde mit Hufrehe nehmen oft eine charakteristische Haltung ein, um den Druck von den schmerzenden Vorderhufen zu nehmen. Sie ziehen die Hinterbeine unter den Körper und strecken die Vorderbeine nach vorne (“Rehehaltung”).
  3. Hufüberwärmung und erhöhte Pulsation: Die Hufe, insbesondere im Bereich der Zehenspitzen, können sich ungewöhnlich warm anfühlen. Außerdem kann eine erhöhte Pulsation im Bereich der Fesselköpfe festgestellt werden.
  4. Schmerzreaktion: Auf Druck oder leichtes Klopfen auf die Hufwand oder -sohle kann das Pferd eine Schmerzreaktion zeigen. Die Verwendung einer Hufzange durch geschultes Personal kann spezifische schmerzempfindliche Bereiche identifizieren.
  5. Häufiges Liegen: Das Pferd kann versuchen, Schmerzen zu vermeiden, indem es sich mehr als üblich hinlegt. Es könnte auch zögern aufzustehen oder ungewöhnlich lange liegen bleiben.
  6. Veränderungen des Hufhorns: In einigen Fällen können sich Ringe oder Linien auf dem Hufhorn bilden, die auf wiederholte oder chronische Hufrehe hinweisen.
Bedeutung der Früherkennung
Die Früherkennung der Symptome ist entscheidend. Hufrehe ist eine ernste Erkrankung, die zu bleibenden Schäden am Huf führen kann. Je früher die Krankheit erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Aussichten auf eine vollständige Heilung oder zumindest eine deutliche Linderung der Symptome.
 
Verhalten und Reaktion des Pferdes
Jedes Pferd ist ein Individuum und kann unterschiedlich auf Schmerzen reagieren. Einige Pferde können offensichtlich gereizt oder depressiv wirken, während andere subtilere Verhaltensänderungen zeigen. Als Besitzer oder Betreuer sollte man auf jede Veränderung im Verhalten oder in den Gewohnheiten des Pferdes achten.
 
Zusammenfassend
Das Wissen um die Symptome der Hufrehe und ihre Früherkennung ist für jeden Pferdebesitzer von unschätzbarem Wert. Bei Verdacht auf Hufrehe sollte umgehend ein erfahrener Tierarzt aufgesucht werden, um eine Diagnose zu stellen und eine geeignete Behandlung einzuleiten. Eine aufmerksame Beobachtung und Kenntnis der Anzeichen kann dazu beitragen, das Leiden des Pferdes zu verkürzen und langfristige Schäden zu vermeiden.
Hufrehe beim Pferd wird durch verschiedene Faktoren ausgelöst, die einzeln oder in Kombination wirken können. Um Hufrehe wirksam verhindern und behandeln zu können, ist es wichtig, die möglichen Auslöser zu kennen. Die wichtigsten Faktoren, die zu Hufrehe führen können, sind folgende:
 
Fütterungsbedingte Ursachen
  • Übermäßige Zuckeraufnahme: Eine plötzliche Aufnahme großer Mengen Kohlenhydrate (wie Getreide oder frisches Gras), die das Verdauungssystem des Pferdes überfordert, ist eine häufige Ursache. Die dadurch ausgelöste Fehlgärung im Darm kann zur Bildung von Giftstoffen führen, die die Hufdurchblutung stören.
  • Futterumstellung: Rasche oder unangemessene Futterumstellungen können den Verdauungstrakt stören und zur Hufrehe beitragen.
  • Zu viel fruktanreiches Gras: Besonders im Frühjahr oder nach Frosteinwirkung kann das Gras hohe Fruktanmengen enthalten, die Hufrehe auslösen können.
Stoffwechselerkrankungen
  • Equines Metabolisches Syndrom (EMS): EMS ist eine Hormonstörung, die zu Insulinresistenz führt und häufig mit Hufrehe in Verbindung gebracht wird.
  • Cushing-Syndrom (PPID): Pferde mit Cushing-Syndrom haben eine erhöhte Anfälligkeit für Hufrehe aufgrund des hormonellen Ungleichgewichts, das die Krankheit verursacht.
  • Übergewicht: Es belastet die Hufe nicht nur mechanisch, sondern ist oft auch ein Zeichen für einen gestörten Stoffwechsel, der zu Hufrehe führen kann.
Mechanische Belastung
– Überlastung Ein erhöhtes Gewicht oder ungewöhnlich hohe Belastung der Hufe, oft durch intensives Training auf hartem Boden, kann Hufrehe auslösen.
– Belastungsrehe: Wenn ein Bein verletzt ist und das Pferd das gesunde Bein überlastet, kann dies zu Hufrehe am unverletzten Bein führen.
 
Weitere Auslöser und Ursachen
– Infektionen und Toxine: Auch systemische Infektionen, Toxine oder eine schwere Erkrankung können Hufrehe auslösen.
– Medikamente: Bestimmte Medikamente, insbesondere Kortikosteroide, können bei falscher Anwendung oder Überdosierung Hufrehe auslösen.
– Stress: Schwere Stresssituationen, seien sie physischer oder emotionaler Natur, können ebenfalls eine Rolle spielen.
 
Zusammenfassung
Die Auslöser der Hufrehe sind vielfältig und wirken oft zusammen. Die Erkrankung ist multifaktoriell, d.h. oft wirken mehrere Faktoren gleichzeitig. Die Kenntnis der möglichen Auslöser ist entscheidend, um vorbeugende Maßnahmen ergreifen und bei den ersten Anzeichen von Hufrehe schnell und effektiv handeln zu können. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Tierarzt und eine kontinuierliche Überwachung der Hufgesundheit, des Gewichts und des allgemeinen Wohlbefindens des Pferdes sind unerlässlich, um das Risiko einer Hufrehe zu minimieren.
Hufrehe beginnt typischerweise mit einer Störung im System des Pferdes, die zu einer Entzündung der Laminarverbindungen im Huf führt. Diese Verbindungen sind für die Aufhängung des Hufbeins in der Hornkapsel verantwortlich. Der Beginn der Hufrehe ist oft durch eine Kette biochemischer Ereignisse gekennzeichnet, die zu einer Durchblutungsstörung im Huf führen. Hier sind die Schritte, die typischerweise am Anfang einer Hufrehe stehen:
 
1. Auslösendes Ereignis
Ein auslösendes Ereignis oder ein Zustand, wie z.B. eine übermäßige Kohlenhydrataufnahme, eine Stoffwechselerkrankung, eine plötzliche Belastungsänderung oder eine andere Ursache, führt zu einer Störung des normalen physiologischen Gleichgewichts des Pferdes.
 
2. Durchblutungsstörungen
Das auslösende Ereignis führt häufig zu einer Durchblutungsstörung der Hufe. Dies kann durch direkte Einwirkung auf die Blutgefäße geschehen oder indirekt durch Toxine oder Entzündungsmediatoren, die im Körper zirkulieren und zu einer Verengung der kleinen Blutgefäße führen.
 
3. Entzündung der laminaren Verbindungen
Die gestörte Durchblutung führt zu einer unzureichenden Versorgung der Laminarverbindungen mit Sauerstoff und Nährstoffen sowie zu einer Anhäufung toxischer Stoffwechselprodukte. Dies führt zu Entzündungen, die die Laminarverbindungen schwächen.
 
4. Schädigung und Trennung
Bei fortschreitender Entzündung und anhaltender Belastung beginnen die Laminarverbindungen zu versagen, was zu einer Trennung zwischen der Hornkapsel und dem darunter liegenden Hufbein führen kann. Dies ist der kritische Punkt, an dem die Symptome der Hufrehe auftreten.
 
5. Symptome treten auf
Die ersten äußerlich sichtbaren Anzeichen einer Hufrehe sind häufig eine Veränderung des Gangbildes, Schmerzreaktionen, vermehrtes Pulsieren in den Hufen und eine übermäßige Wärmeentwicklung. Das Pferd zeigt oft eine deutliche Laufunlust oder eine charakteristische Schonhaltung, um die schmerzenden Hufe zu entlasten.
 
Zusammenfassung
Hufrehe beginnt mit einer Störung, die eine Kette von Ereignissen in Gang setzt, an deren Ende die Entzündung und Trennung der Laminarverbindungen steht. Diese biochemischen und physiologischen Veränderungen führen zu den typischen Symptomen der Hufrehe. Der Prozess kann schnell voranschreiten, daher sollte bei den ersten Anzeichen oder bei Verdacht auf Hufrehe sofort tierärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Ein frühzeitiges Eingreifen kann die Schwere der Erkrankung begrenzen und die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung erhöhen.

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